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Reisetipps und die besten Aktivitäten für euren Winterurlaub in Tromsø, Norwegen

Nordlicht Aurora Borealis Norwegen

Habt ihr sie auch? Diese Orte und Erfahrungen, die ganz oben auf der “Bucketlist” des Lebens stehen? Für mich gehörte die Winterreise in den hohen Norden mit Nordlichtern, flauschigen Rentieren, abenteuerlichen Hundeschlittenfahrten, einem Winterwonderland und gemütlichen Stunden an einem knisternden Feuer schon lange dazu. Und ich darf es vorwegnehmen – Tromsø hat in diesen Punkten wirklich nicht enttäuscht!

In diesem Artikel erfahrt ihr neben allgemeinen Reisetipps und – informationen, welche Aktivitäten ihr euch in eurem Winterurlaub in Tromsø auf keinen Fall entgehen lassen solltet.

Vorbereitung – Die richtige Ausrüstung

Da es im Winter in Tromsø sehr kalt werden kann, macht es Sinn, sich vor der Reise mit der richtigen Ausrüstung zu versorgen. Schließlich wollt ihr die Reise ja auch genießen können. Vielleicht habt ihr auch schon einmal gehört, dass es im hohen Norden eine “andere Kälte”, nämlich eine “trockene Kälte”, gebe und die Temperaturen daher nicht als so kalt empfunden werden. Das mag vielleicht sein, lasst euch dennoch nicht täuschen: -10 Grad sind eben -10 Grad und das ist kalt!

Zur Bekleidungsausrüstung, die ich auf meiner Reise nicht hätte missen wollen gehörten:

  • eine Schneehose, die ich immer angezogen habe, wenn wir länger unterwegs oder auf einer organisierten Tour waren,
  • lange Funktionsunterwäsche zum Unterziehen,
  • Fäustlinge, da diese wärmer halten als normale Finger-Handschuhe,
  • warme und wasserfeste Schneeschuhe mit gutem Sohlen-Profil,
  • mindestens eine warme Mütze,
  • Schal und einen “Buff”, den man zusätzlich unter den Schal ziehen kann,
  • dicke Wollsocken
  • und als kleine Ergänzung Taschenwärmer für die Jackentasche.

Tipp: Achtet beim Buchen von Touren, wie beispielsweise einer Nordlichter-Tour, unbedingt darauf, ob der Touranbieter auch Ausrüstung zur Verfügung stellt. Ich weiß nicht, wie ich die klirrende Kälte von teilweise bis zu -20 Grad über Stunden ausgehalten hätte, wären nicht Thermoanzüge bereitgestellt worden, die zusätzlich über die eh schon dicke Winterkleidung gezogen wurden. Teilweise werden auch dicke Wollsocken, Winter-Boots und Stirnlampen zur Verfügung gestellt.

Tromsø

Tromsø ist mit seinen über 70.000 Einwohnern die größte Stadt im Norden Norwegens und wird auch als “Tor zur Arktis” oder “Hauptstadt der Arktis” bezeichnet.  Das gesamte Stadtgebiet von Tromsø verteilt sich auf drei Gebiete: die Hauptinsel Tromsøya, auf der auch der Flughafen und das Stadtzentrum liegen, das Festland im Osten, auf welchem die berühmte Eismeerkathedrale liegt und welches über eine Brücke mit der Hauptinsel verbunden ist, sowie die Insel Kvaløya im Westen. Da sich Tromsø 344 km Luftlinie nördlich des Polarkreises befindet, finden wir hier auch die Phänomene der Mitternachtssonne (etwa Mai bis Juli) und der Polarnächte (etwa November bis Januar). Und nicht nur das! Tromsø gehört nämlich auch zu den Orten mit einer der höchsten Wahrscheinlichkeiten Polarlichter zu sehen.

Anreise nach Tromsø

Der Flughafen von Tromsø befindet sich nur  etwa 3,5 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums. Zwischen Flughafen und Stadtzentrum verkehrt ein Flughafen-Bus (Flybussen Airport Express) mit einer Fahrtzeit von etwa 15 Minuten. Wir haben uns alternativ für ein Taxi entschieden, da dieses zu zweit nur ein wenig teurer als der Bus (ca. 230 NOK), aber dafür umso komfortabler war.

Unterkunft

Im Stadtzentrum von Tromsø gibt es zahlreiche große Hotels, die sich über die üblichen Buchungsportale reservieren lassen. Wir haben stattdessen eine Airbnb-Unterkunft gebucht, da wir uns aufgrund der erwarteten hohen Preise in Norwegen vorrangig selbst verpflegen wollten.

Die TOP 3 unserer Aktivitäten in Tromsø

TOP 1: Nordlichtertour

Ganz klar: wer im Winter nach Tromsø reist, darf sich eine “Jagd” auf die Nordlichter nicht entgehen lassen. Tatsächlich hatten wir schon vor unserer organisierten Nordlichter-Tour das Glück, das Nordlicht direkt über der Stadt zu sichten. Wie eine bewegliche grau-weiße, manchmal grünlich schimmernde, zarte Wolke zeigten sich uns die Lichter hier mit bloßem Auge. Dass wir anschließend trotzdem noch auf eine organisierte Tour gegangen sind, bei welcher wir das Stadtzentrum mit all’ seinen – für die Sichtung von Nordlichtern störenden – Lichtquellen verlassen haben, hat sich dennoch allemal gelohnt!

Natürlich ist es wichtig vorwegzunehmen, dass eine organisierte Nordlichter-Tour keine Garantie für das Sichten der Aurora Borealis, wie das Nordlicht auch genannt wird, liefert. Es müssen schlichtweg die richtigen Bedingungen vorliegen. Ein bisschen Glück gehört also unbedingt dazu. Abgesehen davon, dass es keine Garantie für das Sichten der Nordlichter während der Tour gibt, sollte man sich auch im Klaren darüber sein, dass es höchstwahrscheinlich eine (bitter-) kalte Nacht sein wird – bei uns waren es stellenweise bis zu Minus 20 Grad kalt –  und man in dieser Kälte ohne Annehmlichkeiten wie z.B. Toiletten über Stunden an Ort und Stelle ausharren wird. Also, die Abenteuerlust mit einer guten Portion Glück einpacken und diese einzigartige Nacht genießen!

Wo bucht man die Nordlichtertour und wie genau läuft diese ab?

Wir buchten die Tour etwa vier Wochen vor unserer Reise über die Internetseite des Anbieters Northern Horizon.

Am Tag der Tour trafen wir uns um 18 Uhr im Stadtzentrum von Tromsø und wurden auf Minibusse von Gruppen mit bis zu etwa 15 Personen verteilt. Anschließend fuhr unser Grüppchen, angeleitet von unserem sympathischen Guide Harry, dessen Begeisterung für das Phänomen des Polarlichts von der ersten Minuten an ansteckend war, in die Region Takvatnet, etwa 1,5 Stunden außerhalb von Tromsø. Harry checkte während der Fahrt immer wieder die Bedingungen zum Sichten des Polarlichts in verschiedenen Regionen und entschied letztlich, unser Lager auf auf einem zugefrorenen See aufzuschlagen. Während wir mit zusätzlichen Thermoanzügen ausgestattet wurden, errichtete Harry ein knisterndes Lagerfeuer, um das wir uns anschließend scharrten. Mit heißem Tee oder Kakao in der Hand grillten wir deftige Rentierwürsten über dem Feuer und lauschten Harry’s Geschichten über das Nordlicht und die Kultur der Sami. Und dann warteten wir und warteten und warteten. Sowohl dass die Bedingungen insgesamt gut standen, die Aurora Borealis an diesem Abend zu sehen, als auch Harry’s motivierende Worte, trugen dazu bei, stundenlang in der klirrenden Kälte auszuharren und auf das große Spektakel zu warten.

Es war gegen 23:15 Uhr, etwa drei Stunden nachdem wir unser Lager aufgeschlagen hatten, als der Tanz der Polarlichter begann. Es war, als ob plötzlich Lichtsäulen vom Himmel fallen wollten, die sich grünlich und teils in Lila- und Pinktönen zu färben schienen. Die Lichter tanzten vor unseren Augen und über unseren Köpfen hinweg, flammten auf, hinterließen bewegliche Formen und Farben am Himmel. Es war einfach gigantisch!

Unseren Touranbieter Northern Horizon möchte ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen. Sowohl für das leibliche Wohl als auch für die entsprechende Ausstattung während der Tour war bestens gesorgt. Unser Guide versorgte uns zudem mit sämtlichen Infos zu den Nordlichtern und hat den richtigen Ort für diesen Abend gewählt. Außerdem war er nicht nur ein Experte in Sachen Aurora, sondern auch ein geschulter Fotograf, der in dieser Nacht von uns und den Nordlichtern phantastische Fotos machte, welche wir schon am nächsten Tag über eine Dropbox zur Verfügung gestellt bekamen – alles im Preis inkludiert.

TOP 2: Hundeschlittenfahrt mit Huskies

Ein weiteres Highlight bei der winterlichen Reise in den hohen Norden ist ohne Zweifel eine Hundeschlittenfahrt mit Huskies über Arctic Adventure Tours. Wir entschieden uns für eine Selbstfahrertour, bei der wir 90 Minuten lang zu zweit mit unserem eigenen Hundegespann und Schlitten fahren durften.

Auch bei dieser Tour wurden wir mit warmen Thermoanzügen und nach Bedarf mit dicken Wollsocken, Winterboots und Stirnlampen ausgestattet. Dann ging es zu den Hunden, wo wir eine kurze Einweisung in die Handhabung des Schlittens erhielten. Die Schlitten für die heutige Fahrt waren samt Hundegespann bereits vorbereitet und das aufgeregte Geheul der Huskies war ohrenbetäubend als wir uns auf sie zubewegten. Zu zweit organisierten wir uns jeweils als Fahrer und Mitfahrer, wobei es während der Tour immer wieder Möglichkeiten gab, die Positionen auch mal zu wechseln.

Hintereinander starteten wir gegen 14 Uhr unsere Schlitten in die Dunkelheit der Polarnacht. Zwei Dinge wurden schnell klar: die Hunde lieben es zu rennen und zum Glück hat man uns gesagt, wie man bremst! In den nächsten eineinhalb Stunden ging es mal schneller, mal langsamer, mal auf gerader Strecke, mal kurvig und mal rasant holprig durch die Landschaft. Es war ein riesiger Spaß!

Nachdem wir schließlich voller Adrenalin und Euphorie wieder ins Camp eingefahren waren, ging es bei einem Heißgetränk und Kuchen ans Lagerfeuer, wo wir Informationen über die Huskies und die Arbeit mit ihnen erhielten. Im Anschluss gab es noch ausreichend Zeit, die Hunde zu kraulen und zu knuddeln, bis es zur Fütterung überging, was unser Signal zur Abfahrt war. Nach insgesamt 4 Stunden Ausflug kehrten wir letztlich wieder ins Stadtzentrum von Tromsø zurück – nicht ein Einziger ohne ein breites Grinsen im Gesicht.

TOP 3: Sami-Kultur und Rentierfarm

Die Samen sind das indigene Volk des Nordens (Norwegen, Schweden, Finnland, Teile Russlands). Während sie früher noch als Nomaden durch die kalte Landschaft zogen, sind die meisten von ihnen heute sesshaft und leben ein weitestgehend modernes Leben.

Etwa 30 Minuten außerhalb von Tromsø gibt es die Möglichkeit, ein traditionelles Camp der Samen mit lavvus (Zelten) und einer riesigen Rentierherde zu besuchen (die Samen lebten neben dem Ackerbau und dem Fischfang damals von ihren Rentierherden). Neben der Möglichkeit, den Rentieren ganz nah zu kommen, sie zu füttern und sich auf einem Holzschlitten ein paar Minuten lang von ihnen ziehen zu lassen, erfährt man hier um ein knisterndes Feuer im warmen lavvu sitzend mehr über die Kultur, die Geschichte und die Traditionen der Samen – früher und heute. Zur Stärkung gab es neben warmen Getränken auch eine traditionelle Sami-Mahlzeit – ein Rentiereintopf. Wem das zu makaber war, konnte sich alternativ für eine vegetarische Option entscheiden. Zum Abschluss dieses schönen Ausflugs sangen alle, um das lodernde Feuer sitzend, eine charakteristische Sami-Musik, den “Joik”.

Diese sehr empfehlenswerte Tour wurde angeboten von Tromsø Arctic Reindeer. 

Tipp zur Buchung der Touren

Wir haben alle drei Touren etwa einen Monat vor der Anreise nach Tromsø über das Internet gebucht, da wir feststellten, dass nicht wenige Touren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgebucht waren. Auch wenn wir unterwegs durchaus Leute getroffen haben, die ihre Ausflüge erst vor Ort gebucht haben, würde ich dennoch raten, dies schon vor der Anreise zu tun, um sich seinen Favoriten zu sichern.

Weitere Aktivitäten

Spaziergang durch das Stadtzentrum von Tromsø

Ein Spaziergang durch das recht überschaubare Stadtzentrum von Tromsø gehört selbstverständlich zu einer Reise nach Tromsø dazu. Es gibt eine kleine Haupteinkaufsstraße (Storgata), die Kirche inmitten des Zentrums (Tromsø Cathedral), ein Shopping-Center (Nerstranda Shopping), zahlreiche Souvenir-Läden, einige hübsche Cafés, eine verhältnismäßig große Auswahl an Restaurants und für das kulturelle Angebot einige, tendenziell kleinere Museen. Sehenswert ist außerdem die Hafenpromenade, an der man auch die umliegenden Berge und den Fjord bestaunen kann. Tipp: hinter dem Museum Polaria an die Promenade gehen und hier ein Stück aus der Stadt rausspazieren.

Eismeerkathedrale (Arctic Cathedral)

Um den Spaziergang vom Kern des Stadtzentrums noch ein wenig auszuweiten, bietet es sich an, von der Hauptinsel über eine Brücke auf die Festlandseite von Tromsø zur berühmten Eismeerkathedrale zu spazieren. Auf der Brücke gibt es einen Fußgängerweg. Einmal auf der anderen Seite der Brücke angekommen, geht man quasi direkt auf die Eismeerkathedrale zu und es eröffnet sich zur Abwechslung eine andere Perspektive auf das Zentrum von Tromsø. Ein Besuch in der kleinen, arktischen Kathedrale ist grundsätzlich möglich – leider waren wir außerhalb der Öffnungszeiten dort, so dass uns nur blieb, durch die Fenster ins Innere der Kathedrale zu schauen.

Fahrt mit dem Fjellheisen für einen Panoramablick über Tromsø

Gegenüber des Stadtzentrums auf dem Festland liegt die Talstation der Seilbahn “Fjellheisen”, die euch binnen 5 Minuten auf den Hausberg von Tromsø, dem 418 Meter hohen Storsteinen, befördert. Von hier oben hat man einen fantastischen Ausblick auf das Stadtzentrum von Tromsø, auf den Fjord und die umliegenden Berge. Da die Bahn im Winter sogar bis spätabends geöffnet ist (während unserer Reise bis 23 Uhr), ist der Storsteinen auch der perfekte Aussichtspunkt, um Nordlichter über der Stadt zu beobachten, sofern die Bedingungen hierfür stimmen. An der Bergstation des Fjellheisens gibt es zudem ein Restaurant, in dem man sich zwischendurch aufwärmen und kulinarisch stärken kann.

Magic Ice Bar Tromsø

Die Magic Ice Bar ist genau das, was der Name verspricht: eine Bar komplett aus Eis. Selbst die Getränke werden hier in Bechern aus Eis serviert. Die Tische und Sitzmöglichkeiten sind aus Eis, ebenso wie beeindruckend aus Eis geformte Skulpturen. Ob der Eintrittspreis von umgerechnet etwa 25 Euro gerechtfertigt ist, bleibt dahingestellt.

Seid ihr schon einmal im hohen Norden gewesen? Habt ihr noch Fragen oder ergänzende Tipps, dann schreibt es doch gerne in die Kommentare!

Hinweis: Credits für die Fotos von den Nordlichtern gehen an unseren Guide Harry von Northern Horizon, der mit großem Know-How einfach die zweifelsohne besseren Fotos geschossen hat.

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