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Wandern auf dem Eifelsteig – Etappe 2 von Roetgen nach Monschau

Monschau Altstadt

Die Luft ist noch angenehm frisch, aber der erste Sonnenschein kitzelt uns schon im Gesicht als wir zur zweiten Etappe des Eifelsteigs aufbrechen. Der Weg beginnt heute an der Wanderstation in Roetgen, die direkt an der Bundesstraße und nur wenige Meter von den Roetgen Thermen entfernt liegt. Wir gehen unmittelbar am Eingang der Thermen vorbei und sehen dann auch schon die ersten Wegweiser des Eifelsteigs. Es kann also losgehen. Vor uns liegen knapp 18 Kilometer bis zu unserem heutigen Etappenziel – die schöne Altstadt von Monschau.

Ein Hinweis vorweg: Dies wird keine detaillierte Wegbeschreibung, denn dafür gibt es bereits Wanderführer. Es folgt stattdessen ein völlig subjektiver Wanderbericht, der dir einen kleinen Eindruck von der Wegstrecke geben soll.

Wir folgen den Wegweisern durch eine kleine Unterführung hindurch und erreichen nach ein paar Gehminuten eine hölzerne Brücke über einem plätschernden Bach. Der Pfad dahinter geleitet uns durch saftig grüne Wiesen und Weiden.

Eifelsteig Etappe 2 Roetgen

Bach zu Beginn des Eifelsteigs Etappe 2

Eifelsteig Etappe 2 Pfad in Roetgen

Wenig später wandern wir auf einer asphaltierten Straße weiter und erreichen eine kleine Häuseransammlung, hinter welcher der Eifelsteig in einer Linkskurve nach rechts in ein Waldgebiet abzweigt. Im Wald sehen wir streckenweise auch wieder die hölzernen Stege, die wir schon aus dem Naturschutzgebiet Struffelt (Etappe 1 des Eifelsteigs) kennen und welche die Füße nach Regentagen ein wenig trockener über den Waldboden bringen sollen (dennoch dürfte es zwischen den Stegen sehr matschig sein, wenn es vorher geregnet hat). Heute scheint aber die Sonne und unsere Schritte klingen einfach angenehm dumpf auf dem Waldboden auf.

Wald Eifelsteig Etappe 2

Steg Eifelsteig Etappe 2

Zwischendurch haben wir übrigens, kaum merkbar, die Landesgrenze nach Belgien überschritten.

Grenze zu Belgien Eifelsteig Etappe 2

Wald Eifelsteig Etappe 2

Es geht nun auf vorrangig asphaltierten Wegen und breiten Forststraßen weiter durch die Wälder. Die Bäume spenden uns an diesem warmen Tag einen angenehmen Schatten.

Eifelsteig Etappe 2

Irgendwann erreichen wir eine Schutzhütte und eine kleine Kapelle. Einer Infotafel am Wegesrand ist zu entnehmen, dass wir uns hier an den damaligen Mittelhöfen des Reinartzhof, einer schon im Mittelalter bestehenden, abgelegenen Siedlung inmitten des Venns, befinden. Die kleine Kapelle wurde aus Steinen der alten Höfe errichtet, von denen heute allerdings nicht mehr viel zu sehen ist. Allenfalls ein paar niedrige Gemäuer erinnern wenige Meter weiter noch an einen Hof oder ein Haus. Am Pfingstmontag eines jeden Jahres pilgern und wandern Menschen heute noch für eine Andacht zum Reinartzhof.

Reinartzhof am Eifelsteig

Eifelsteig Etappe 2 Nahaufnahme Blume

Wir gehen weiter und befinden uns bald auf einer langen, geraden Teilstrecke der Etappe 2, die leicht aber stetig ansteigt und die irgendwie kein Ende zeigt. Über schätzungsweise drei bis vier Kilometer geht es nun schnurstracks geradeaus – zunächst durch den umliegenden Nadelwald, dann öffnet sich der Blick aber zunehmend auf das umliegende Venn.

Weite Wege am Eifelsteig Etappe 2

Blindschleiche am Eifelsteig

Eine Blindschleiche kreuzt unseren Weg

Hohes Venn Eifelsteig Etappe 2

Um ehrlich zu sein, es gibt wirklich spannendere Wege als diesen, der sich einfach arg in die Länge zieht und scheinbar kein Ende nimmt. Fairerweise ist zu sagen, dass es zu dieser Teilstrecke auch eine Alternativroute gibt, welche teils über Stege durch das Venn führt, aber den Gesamtweg der heutigen Etappe um etwa 2,3 Kilometer verlängert. Auf einer Wegweisertafel vor der Abzweigung des Weges ist die Alternativroute, die später wieder zurück auf den  Eifelsteig führt, noch einmal deutlich zu erkennen. Wir haben diese Route (leider) nicht gewählt und halten auf der geraden Strecke durch.

Irgendwann ist es aber geschafft und der Weg zweigt nach rechts ab. Bald darauf werden wir dann endlich mit einem Weitblick über grüne Wiesen und mit zwei Bänken zum Rasten belohnt.

Eifelblick am Eifelsteig

Dann wird der Weg interessanter. Es geht über Pfade entlang des Waldrandes weiter. Zwischendurch gibt es schöne Eifelblicke und weite Wiesen.

Waldabschnitt Eifelsteig

Eifelsteig Etappe 2

Eifelsteig Etappe 2

Wiesenblicke am Eifelsteig

Pfad Eifelsteig Etappe 2

Hochsitz am Eifelsteig Etappe 2

Wir erreichen schließlich einen hölzernen Aussichtsturm, der sich perfekt für ein Päuschen anbietet (mittlerweile dürften wir uns etwa auf Kilometer 14 befinden). Wir erklimmen die wenigen Stufen auf den teils etwas wackeligen Turm. So wirklich haut uns die Aussicht aber nicht um, weswegen wir uns für einen kleinen Wandersnack auf den Bänken neben dem Turm niederlassen und die Sonne genießen.

Im Anschluss bewegen wir uns auf die ruhige Ortschaft Mützenich zu. Wir überqueren dort die Hauptstraße „Eupener Straße“ und folgen dem schönen Weg weiter talwärts. Auch hier genießen wir die umliegende Landschaft mit Ausblicken über die Eifel.

Weg Eifelsteig Etappe 2

Hecke am Eifelsteig Etappe 2

Eifelsteig Etappe 2

Eifelblicke

Irgendwann überqueren wir eine schmale hölzerne Brücke und folgen einem Pfad bergab.

Brücke am Eifelsteig Etappe 2

Hinter einer Unterführung überqueren wir auf einer weiteren hölzernen Brücke den Bach, dessen Lauf wir gefolgt sind, und steigen dann auf einen schmalen Trampelpfad in Richtung Monschau hinauf. Nicht mehr lange und es eröffnet sich links ein Blick auf die Monschauer Burg. Leider windet sich vor ihr auch eine vielbefahrene Straße, auf der heute die Motorräder knattern. Wenige Gehminuten später, am Ende des Pfades, kreuzen wir diese Straße.

Pfad Monschau Eifelsteig Etappe 2

Himmelsleiter Monschau

Es geht eine Treppe hinunter und wir finden uns schon fast an der Monschauer Glashütte wieder. Von hier aus folgen wir dem Straßenverlauf in Richtung Altstadt und Markt. Wir haben unser heutiges Tagesziel erreicht! Zur Belohnung kaufen wir uns in einem kleinen Monschauer Lädchen den guten Monschauer Senf (köstlich, unbedingt probieren!), der zur Brotzeit am Abend verköstigt wird.

Informationen zur Strecke

Schwierigkeit: leicht bis mittel (aufgrund der Weglänge)

Länge der Strecke: 17,2 km

Anstieg: ca. 332 hm   Abstieg: ca. 353 hm

Gehzeit: ca. 4 Stunden (eigene Erfahrung und recht zügiges Gehen)

Persönliches Fazit: Eine insgesamt leicht zu wandernde Etappe des Eifelsteigs mit asphaltierten Wegen, Forststraßen und einigen angenehmen Pfaden. Die Wege sind gut ausgeschildert. Wegweiser finden sich oft auch an Bäumen. Die lange, geradeaus verlaufende Teilstrecke durch das Venn habe ich als langweilig empfunden. Hier kann man ggf. auf die Alternativroute ausweichen. Ein Großteil des Weges führte heute zudem durch Wald oder entlang des Waldrandes. Vielmehr genossen habe ich aber die gelegentlichen Weitblicke über die Landschaft, die sich eher auf dem letzten Drittel der Etappe auftun. Meine Lieblingsetappe wird Etappe 2 sicher nicht werden. Aber sie war wahrscheinlich eine gute Vorbereitung und ein Herantasten an die zwei folgenden, deutlich längeren Eifelsteigetappen 3 und 4.

Mehr Informationen zum Eifelsteig gibt es unter www.eifelsteig.de.

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1 Kommentare

  1. Das ist wirklich eine schöne Wanderstrecke, die auch für „Ungeübte“ gut machbar ist. Die gehört nicht zufällig zu den Eifeler Traunmpfaden, oder? Ich bin zuletzt den Monrealer Traumpfad gewandert, den ich auch sehr empfehlen kann. Der ist aber mehr Richtung Südeifel.

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